Vorbildregion OWL –
Exzellente Praxis für den weiblichen Techniknachwuchs
Am Beispiel der Vorbildregion OWL wird das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW einen Leitfaden entwickeln, der Hinweise gibt, wie Personalver-antwortliche und alle, die sich mit Kommunikation in Unternehmen und Hochschulen beschäfti-gen, gezielt Frauen für ihr Unternehmen bzw. ihre Hochschule gewinnen können.
Die berufliche Tätigkeit und das Umfeld des Berufs sind wichtige Ansatzpunkte, um zu einer Erhöhung der derzeit geringen Anzahl von Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen (kurz MINT-Studentinnen) beizutragen. Das zeigte die Studie „Zeit, dass sich was dreht“ – Technik ist auch weiblich!, die das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit im Jahr 2007 veröffentlichte.
Sowohl von Seiten der Wirtschaft als auch der Hochschulen gibt es ein hohes Interesse, die jeweiligen Kompetenzen zusammenzubringen und gemeinsam erfolgreiche Formate zu entwi-ckeln. Das ergaben drei vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit mit der Unterstützung des MGFFI durchgeführte Workshops an der Schnittstelle zwischen Hochschule und Wirtschaft.
Aber – es fehlt eine systematische Erhebung und Darstellung
der Wünsche, Interessen und Anliegen von Studentinnen. Welche Erfahrungen ha-ben sie bisher in betrieblichen Praktika gemacht? Welche Kenntnisse haben sie über kleine und mittelständische Unternehmen, wie attraktiv sind diese als Arbeitgeber? Wel-che Wunscharbeitgeber gibt es? Fehlen ihnen – aus ihrer Sicht – wichtige Qualifikatio-nen/Kompetenzen für eine Tätigkeit in der Wirtschaft? Fehlen weibliche Vorbilder?
der Angebote der Hochschulen, die Studentinnen auf den Berufseinstieg in der Wirtschaft vorbereiten. Ist die Stärkung der „Employability“ der Studierenden in den Zielen der Hochschule/Fakultäten verankert? Gibt es spezifische Ziele für die Zielgruppe der Studentinnen/Absolventinnen? Wie gut sind die Kontakte zwischen den Gleichstel-lungsbeauftragten, der Arbeitsagentur und der regionalen Wirtschaft? Gibt es bereits gemeinsame Programme? Haben die Career Center spezifische Angebote für die Ziel-gruppe Frauen, welche Kooperationen gibt es mit KMU?
zur Ausrichtung der kleinen, mittelständischen und/oder familiengeführten Unter-nehmen einer Region auf die Zielgruppe hoch qualifizierter Frauen (Hochschulabsol-ventinnen FH/Universität). Wie und mit welchen Mitteln bzw. Medien adressieren sie die Zielgruppe? Welche Maßnahmen haben sie für den Berufseinstieg bzw. für die Karriere-förderung ? Welche Maßnahmen gibt es zur Unterstützung von Familienphasen – wel-che für Frauen, welche für Männer?
Umsetzung
Die Zusammenarbeit von Hochschulen und Wirtschaft ist in der Region OWL weit entwickelt. Unternehmen und Unternehmensverbände haben bereits zahlreiche Initiativen gestartet, um junge Menschen für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu gewinnen.
Es gibt zahlreiche Kooperationsaktivitäten zwischen Unternehmen, Hochschulen, Technik- und Unternehmensverbänden, Wirtschaftsförderung, Gewerkschaften, Regionalagentur und Kam-mern. Insbesondere Unternehmensverbunde wie Energie Impuls OWL mit über 100 Mitgliedern und OWL Maschinenbau mit mehr als 170 Mitgliedern sind seit einigen Jahren für den Nach-wuchs aktiv, unter anderem mit der Zielsetzung, Mädchen für technische Berufe zu begeistern.
Im Rahmen der Erhebung werden am Beispiel der Region OWL somit die Positionen der Stu-dentinnen, der Hochschulen und der kleinen und mittleren Unternehmen dargestellt. Erfragt werden die Interessen und Wünsche von MINT-Studentinnen an eine spätere berufliche Karrie-re sowie ihre Kenntnisse über spezifische Angebote der KMU für sie. Daneben werden die spe-zifischen Kenntnisse der Hochschulen und der KMU über die Zielgruppe der MINT-Studentinnen/-Absolventinnen dargestellt und welche auf MINT-Studentinnen/-Absolventinnen zugeschnittenen Angebote bereits existieren.
Auf Basis der Auswertung der Befragungen wird ein Leitfaden entwickelt. Er soll exemplarisch und praxisnah aufzeigen, was Hochschulen, Unternehmen und Verbände tun können, damit Ingenieurinnen einen Berufsweg in der Wirtschaft wählen.
Aus dem Material wird die Vorlage für eine Broschüre erstellt, die das Ministerium im kommen-den Frühjahr auflegen wird.
Laufzeit: 01.06 – 31.12.09
Förderung: Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW
Projektleitung:
Barbara Schwarze, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit, Bielefeld
Doch selbst wenn junge Frauen einen technischen Beruf erlernt oder ein technisches Fach studiert haben, üben sie deutlich seltener diesen Beruf aus als junge Männer und verlassen deutlich häufiger den eingeschlagenen Berufsweg in einem MINT-Beruf. […]
Die Gründe für den Ausschluss von Frauen sind (demnach) nicht in einem ‚weiblichen‘ Technik-Defizit zu suchen, sondern in der ‚männlichen‘ Technik-Berufskultur und dem Berufsethos technischer Berufe sowie den damit verbundenen organisatorischen Pra-xen in Bildungseinrichtungen und Betrieben. […]
Als wichtigste Interventionsstoßrichtung gilt es daher, vermehrt nachhaltige Veränderungen am Ende der Bildungskette von Frauen und Männern bzw. am Ende der leaking pipeline zu initiieren. Das heißt, wir brauchen vor allem Veränderungen hinsichtlich des Haltens und der Beförderung von Frauen, die bereits in MINT-Berufen ausgebildet und/oder tätig sind!
Quelle: Solga H./Pfahls L.(2009): Doing Gender im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich in: Milberg J. (Hrsg.): acatech diskutiert. Förde-rung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft. Beiträge zu den zentralen Handlungsfeldern. München, acatech – Akademie der Tech-nikwissenschaften. S.178ff
Gefahr im Unterholz Höchste Zeit für Schutz vor Zecken
Steigt die Außentemperatur über sieben Grad, beginnt die Zecken-Hauptsaison. Die Angst vor den blutsaugenden Milben ist berechtigt: Zecken übertragen Borreliose-Bakterien auf Mensch und Tier. Im Kreis Herford ist ein Viertel der Zecken infiziert. „Tendenz zunehmend“, wie der Engeraner Tierarzt Dr. Carsten Plischke bestätigt. Seit einigen Wochen sind Zecken in seiner Praxis wieder ein Thema. Mit 25 Prozent infizierter Parasiten liegt der Kreis Herford im mittleren Bereich. Im Gebiet um München sind es bereits 55 Prozent.
Der Holzbock lauert in Bodennähe bis 80 Zentimetern Höhe im Gras, lichten Wäldern und Büschen und nicht, wie oft fälschlich beschrieben, auf Bäumen. Er sitzt mit abgestreckten Vorderbeinen auf Zweigen und Blättern und wartet auf einen Wirt. Zecken haben einen ausgesprochen guten Geruchs- und Temperatur-Sinn, mit dem sie ihre Opfer von weitem wahrnehmen. Durch Vorbeistreifen an diesen Zweigen und Blättern gelangen sie auf Kleidung oder Haut oder das Fell der Tiere. Die Parasiten sind in den späten Vormittagsstunden und am frühen Abend besonders aktiv. Beim Menschen lassen sie sich gern auf unbekleidete Körperstellen fallen. Von dort aus wandern sie in warme, weiche Regionen - Achselhöhlen, Kniekehlen, Haaransatz, Leistenbeuge und Genitalbereich.
Laut Verbraucherzentrale NRW erkranken jährlich etwa 60.000 Menschen in Deutschland. Unerkannt kann die Krankheit zu chronischen Gelenkentzündungen und Lähmungen führen. Tückisch ist, dass die Symptome oft mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. „Trotzdem kein Grund zur Panik“, meint der Spenger Mediziner Andreas Schimke. Nur in den seltensten Fällen verlaufe die Infektion derart dramatisch. Denn Borrelien befinden sich im Darm der Zecke. Erst nach mindestens zwölf Stunden des Saugens gelangt der Darmsaft in die Einstichstelle.
Deshalb rät Schimke: „Einfach so schnell wie möglich selber entfernen“, rät Dr. Schimke. Auch wenn der Kopf stecken bleibe, sei das nicht schlimm. Der Übeltäter sollte möglichst nah an der Haut mit leichtem Zug mit einer Zeckenzange oder Pinzette herausgezogen werden. Dabei gelte auch: Finger weg von Hausmitteln wie Öl, Klebstoff oder Nagellackentferner. Im Todeskampf wird die Zecke sonst vermehrt Speichel und Darmsaft abgeben. Da sie nur Widerhaken und kein Gewinde besitzt, sollte sie beim Herausziehen nicht gedreht werden. Haben die Bakterien zugeschlagen, versprechen möglichst frühzeitig eingesetzte Antibiotika gute Heilungschancen, bestätigt Dr. Schimke.
Im Süden und Osten Deutschlands und in vielen Urlaubsländern übertragen Zecken auch das FSME-Virus. Darauf weist Dr. Gerd-Ulrich Schlüter aus Enger hin. Die Infektion, die nur bei Menschen auftritt, führt im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung, manchmal auch nur zu einer Sommergrippe. Mit ihrem Stich gibt eine infizierte Zecke die Erreger mit dem Speichel in den Stichkanal ab. Der Stich bedeutet aber nicht zwangsläufig eine Erkrankung. Meist kann das Immunsystem die Erreger unschädlich machen. Wer in gefährdete Gebiete reist, kann sich durch eine Impfung schützen. Bisher seien hier in der Gegend keine FSME-Fälle bekannt, sagt Dr. Andreas Schimke.
Richtige Kleidung beim Wandern, Zelten, Joggen oder der Gartenarbeit bietet einen gewissen, wenn auch nicht hundertprozentigen Schutz vor den kleinen Parasiten. Dr. Schlüter empfiehlt lange Hosen auch an warmen Tagen. Am besten mit Gummistiefeln oder in die Socken gesteckt. Langärmelige Oberteile machen es dem Holzbock schwer, eine ungeschützte Hautstelle zu finden. Auch sollte man regelmäßig den Körper nach den kleinen schwarzen Punkten absuchen. „Treten nach dem Zeckenbiss Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Nackensteife und Kopfschmerzen auf, oder ist eine ringförmige Rötung um den Einstich zu beobachten, empfiehlt sich der Gang zum Arzt“, rät Dr. Schlüter.
Tiere sollten mit Spot-on-Präperaten oder einem Zeckenhalsband geschützt werden. Über die Wirkung von entsprechenden Insektenabwehrmitteln für Menschen sollte man sich bei der Stiftung Warentest kundig machen. Denn nur wenige der angebotenen Mittel zeigen tatsächlich Wirkung.
Wie leben Zecken?
Zecken müssen Blut saugen. Am häufigsten sieht man die Männchen und Weibchen aktiv herumkrabbeln. Sie sind braun gefärbt und zwei bis drei Millimeter groß. Die Weibchen saugen sich voll Blut bis zur Größe einer Bohne. Dabei nehmen sie eine graue Farbe an. Einmal vollgesogen fallen sie ab und legen am Erdboden bis zu 5.000 Eier aus denen klitzekleine Larven schlüpfen. Sie befallen bevorzugt Mäuse. Mit Blut vollgesogen verlassen sie den Wirt und häuten sich zu so genannten Nymphen. Diese Babyzecken werden am Menschen leicht übersehen und sind deshalb besonders gefährlich. Drei bis vier Tage saugen sie sich fest und wachsen bis auf die Größe eine Hirsekorns. In dieser Zeit kann man sie versehentlich zerquetschen und Krankheitserreger können an der Einstichstelle in die Haut eindringen. Quelle ZeckLab / Landesjägerschaft Niedersachsen
Beitrag von Carola Ritterhoff, erschienen am 17. April 2009 in der Neuen Westfälischen Enger/Spenge